Neues aus dem Kautex- Technikum

In dieser Ausgabe der K-News blicken wir nicht nur auf 80 Jahre Industriegeschichte zurück, sondern schauen auch in die nahe Zukunft. Welche Trends bewegen die Märkte, woran tüfteln die Ingenieure von Kautex Maschinenbau und auf welche neuen Produkte und Innovationen dürfen die Kunden jetzt schon gespannt sein? Ein Blick ins Kautex-Technikum gibt Aufschluss.

Automotive-Trend: Saugblasen Produktion Lüftungsrohr im Saugblasverfahren

Ein nicht zu übersehender Trend im Automotive-Bereich ist das Downsizing von Motoren mit gleichzeitiger Turbo-Aufladung. Daraus resultiert eine verstärkte Nachfrage nach Luftführungen für den Ansaugtrakt. Diese werden heute noch aus Gummi und/oder Aluminium hergestellt, zunehmend aber durch technische Thermoplaste ersetzt. Zur Herstellung dieser Bauteile ist das Saugblasverfahren ideal. Die im Saugblasverfahren produzierten Teile zeichnen sich durch eine gleichmäßige Wanddicken-Rundumverteilung aus und haben keine Quetschnähte. Für den OEM ist dieses Verfahren attraktiv, weil sich nicht nur Einsparungen beim Gewicht, sondern auch bei den Kosten ergeben. 

Im Saugblasverfahren sind Bauteile aus technischen Thermoplasten wie TPE, TPC, PA6, PA66 und PPS herstellbar. Sie werden den Temperatur- und Druckanforderungen im Motorraum besser gerecht und können die Bewegungen zwischen Chassis und Motor optimal ausgleichen. Kautex entwickelt derzeit eine Maschine, die speziell nur für das Saugblas-Verfahren ausgerichtet ist. Durch eine Retrofit-Modernisierung können aber auch bestehende Extrusionsblasform-Anlagen auf das Saugblas-Verfahren umgerüstet werden. Ein Beispiel dafür ist die umgerüstete KB25, die auf der Chinaplas 2015 vorgestellt wurde.

Packaging-Trend: Transparenz In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach transparenten Materialien, die im Extrusionsblasformen (EBM) verarbeitet werden können, wieder größer geworden. Hier stößt das heute führende Verfahren des Streck-Blasformens (ISBM) im Hinblick auf Designfreiheit nach wie vor an seine Grenzen. Lösungen sind noch nicht in Sicht.

Das Extrusionsblasformverfahren bietet hier diverse Optionen:

  • Herstellung von Griffflaschen
  • Schräghalsflaschen
  • Stark dezentrierte Hälse
  • Coextrusion mit mehreren Funktionsschichten

Im Kautex Technikum wurden in den letzten Monaten Materialien von insgesamt sechs verschiedenen Rohstoffherstellern auf einer KCC10S getestet. Daraus wurden abschließend Maßgaben für die optimale Extrusionsausstattung sowie verfahrenstechnische Parameter erarbeitet. Aus allen verarbeiteten Materialien konnten Produkte mit sehr guten mechanischen Eigenschaften hergestellt werden, die in Abhängigkeit vom Design auch die Spezifikationsvorgaben im Falltest erfüllen. Die Kautex-Experten analysierten jeden Einzelfall gemeinsam mit dem Kunden und erarbeiteten die optimale Lösung. Auch Retrofits vorhandener Maschinen sind möglich.

Qualifizierung von Fachpersonal

Sowohl in den neuen als auch den etablierten Märkten bildet sich zunehmend ein Mangel an qualifiziertem Personal im Bereich Verfahrenstechnik aus. Neben den seit vielen Jahren erfolgreichen Schulungsprogrammen aus dem Hause Kautex entwickelt das Technikum ergänzend dazu anwendungsorientierte Praxisschulungen, die an den Maschinen im Technikum mit erfahrenen Verfahrenstechnikern durchgeführt werden. Diese zunächst als interne Weiterbildungsmaßnahme konzipierten Schulungen werden in der zweiten Jahreshälfte auch für die Kautex-Kunden angeboten.

Blick nach vorn

Mit Blick auf die Zukunft ist Technikumsleiter Markus Holbach optimistisch, dass die Weiterentwicklung bei Materialien und Maschinentechnik dazu führen wird, dass das Extrusionsblasformen einerseits attraktiv bleibt, andererseits auch immer wieder in neue Segmente drängt. Um neue Ideen unabhängig vom Produktionsalltag weiterzuentwickeln und zu testen steht das Kautex-Technikum mit seinem Equipment und erfahrenen Verfahrenstechnikern allen Kunden zur Verfügung.

Kontakt: markus.holbach(at)kautex-group.com

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